Moppelchen und Gigi


Hallo, ich bin Moppelchen (schwarz weiß mit einem schwarzen Ballen und einem schwarzen Fleck am Hinterbein) und möchte Euch meine Geschichte erzählen. Es war an einem sonnigen aber sehr kalten Samstag nachmittag Ende September 2000. Auf die Welt bin ich ca. 8 - 10 Wochen vorher gekommen. Ich habe Hunger, Durst, Schnupfen und meine rechte Vorderpfote tut auch weh. In meiner Verzweiflung traue ich mich aus meinem riesengroßen Maisfeld raus, setze mich an den Straßenrand beim Freibad in Mammendorf und lass mir die Nachmittagssonne ins Gesicht scheinen. Plötzlich bebt die Erde und schon kommen zwei riesengroße Vierbeiner (man nennt sowas Pferd) daher, ein dunkelbrauner und ein braun-weiß gescheckter. Auf diesen Vierbeinern sitzen auch noch Menschen. Die Riesen-Vierbeiner machen einen Satz auf die Seite und ich mach mich ganz klein vor lauter Angst. Die Menschen reden miteinander und verschwinden dann wieder. Ein bißchen später sind die Menschen mit dem Auto wieder gekommen und wollten mich fangen, aber ich wollte das nicht - Menschen sind nicht lieb. So bin immer wieder im Gebüsch oder im Maisfeld verschwunden. Dann sind die Menschen wieder fort - eigentlich doch schade. Aber die sind nochmal wieder gekommen - diesmal mit Futter. Ooohhh was zu Essen, da konnte ich doch nicht widerstehen und plötzlich hat der eine Mensch nach mir gegriffen und mich auch schon gehabt; Mann hatte ich Angst. Die Menschen heißen Petra und Gaby. Die Petra hat mich dann in ihre Wohnung mitgenommen und die Gaby hat alles gebracht was eine Katze so braucht. Im Bad von Petra habe ich dann ein Bett gekommen, ein Klo war da und viel Futter. Ich war so müde, das ich erst mal ganz lange geschlafen habe, denn hier passiert mir anscheinend nichts. Weil ich aber krank war habe ich es in den ersten Tagen nie aufs Klo geschafft so mußte ich im Bad bleiben - aber lieber Bad als diese schreckliche Natur.

Nach einer Woche ist es mir dann wieder gut gegangen und ich habe den Rest der Wohnung inspiziert. Hier riecht es überall nach Hund und Pferd, aber einen Hund habe ich nicht gefunden. Vielleicht hat vor mir hier mal ein Hund gewohnt. Eigentlich würde ich gerne hier bleiben obwohl Petra den ganzen Tag in der Arbeit ist, aber Petra hat mit Silvia telefoniert und gesagt das Silvia einen guten Platz für mich suchen soll weil Petra Ende des Jahres wieder ins Krankenhaus muß und ich dann ganz alleine wäre. Ich will hier aber nicht wieder weg, was soll ich nur tun? Also bin ich erst mal ganz lieb gewesen hab ganz viel geschmust und geschnurrt und habe nichts kaputt gemacht - ob das hilft?

Die Wochen sind vergangen, ich bin größer geworden und Silvia hat sich nicht bei Petra gemeldet. Petra hat schon überlegt ob ich nicht zu den Pferden in den Stall umziehen soll aber mir gefällt es draußen überhaupt nicht und vor anderen Menschen verstecke ich mich auch immer sofort. Gott sei Dank durfte ich in der Wohnung bleiben. Mitte November hat Petra dann wieder mit Silvia telefoniert (ich habe heimlich zugehört). Silvia hatte damals im Tierheim und bei privaten Pflegeplätzen so viele andere Katzen das sie keinen Platz für mich gefunden hat. Was nun? Petra hat dann beschlossen das ich da bleiben darf (hurraa) aber ich soll Gesellschaft bekommen - Petra und Silvia haben enschieden das eins von Silvias Flaschenkindern noch bei mir einziehen soll. Petra hat sich dann für die schwarze Gigi entschieden; warum ich da nicht mitreden durfte habe ich bis heute nicht verstanden aber so sind die Menschen halt.

Ein paar Tage später hat Michael dann die Gigi gebracht. Oh, schon wieder ein fremder Mensch in meiner Wohnung - verstecken ist angesagt. Nicht mal die Neugier auf Gigi hat mir Mut gemacht. Erst als Michael wieder weg war hab ich mich raus getraut. Jetzt war Gigi wie erstarrt - so eine komische Katze. Na ja, nachdem es eh spät am Abend war bin ich erst mal ins Bett gegangen, irgendwann wird sich Gigi schon bewegen.

Am nächsten Morgen hat sich Gigi dann endlich bewegt - sie muß ja auch mal aufs Klo und hat bestimmt Hunger. Schaun wir doch mal ganz vorsichtig was das für eine Katze ist - oh die ist ja ganz nett. Schon am Mittag haben wir unser erstes Wettrennen gemacht und seitdem kann ich ganz toll mit Gigi spielen. Wir balgen und toben, klauen uns gegenseitig das Spielzeug usw. Aber die Gigi macht Sachen die mir niemals eingefallen wären. Gigi rennt auf den Schränken und den Tischen rum, beißt Bücher an, hängt sich an Vorhänge und klaut Sachen. Ist das schön? Na ja, wenn Gigi das toll findet probier ich es auch mal, ui das macht ja richtig Spaß; von Gigi kann ich ja was lernen. Gigi ist eine ganz tolle Freundin, wir machen alles gemeinsam sogar schlafen (so richtig zusammen kuscheln ist toll). Am liebsten gehen wir auch noch gemeinsam aufs Klo, aber das Klo ist dafür zu klein. In einem Punkt versteht Gigi aber keinen Spaß - wenn es um Mäuse geht. Komme ich da nur in Ihre Nähe knurrt sie wie ein riesengroßer Hund - nein eine Maus reicht Gigi nicht, sie muß immer alle haben. Na ja dann soll sie halt wenn es ihr Spaß macht ich habe ja noch viele Bälle und Kastanien, die mag ich eh viel lieber.

Wie ich Euch ja schon erzählt habe mußte Petra ja wieder ins Krankenhaus aber wer macht dann für uns die Dosen auf und putzt das Klo? Petra ist gegangen hat uns das Radio angelassen und am Abend hatten wir auch einige Stunden Licht. Plötzlich ging die Wohnungstüre auf und Gaby ist gekommen. Gaby hat das Klo geputzt, die Dosen aufgemacht und auch ein bißchen mit uns geschmust. Am nächsten Morgen kam dann noch eine andere Frau und hat das gleiche wie Gaby gemacht. Na ja, wenns so läuft solange die Petra nicht da ist dann halten wir das schon aus, ich hab ja die Gigi. Nach 2 Wochen ist die Petra dann wieder gekommen - wir haben stundenlang Indianertänze aufgeführt und ihr natürlich beim Auspacken geholfen. Nachdem Petra noch lange krank geschrieben ist können wir ganz viel mit ihr schmusen. Gigi sitzt immer bei Petra auf dem Schloß, das stört mich gar nicht denn ich lieg viel lieber daneben und laß mir den Bauch kraulen - ich kugel halt für mein Leben gern rum.

Wir zwei sind doch richtige Glückspilze oder? So, jetzt bin ich müde und werde mit Gigi meinen Nachmittagsschlaf halten.

Eure

Moppelchen und Gigi


PS: Mittlerweile gibt es noch Odessa, ihre Geschichte können Sie zu einen späteren Zeitpunkt hier lesen.

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